Rechtzeitig zum 250-jährigen Bestehen der Synagoge in Bayreuth im Jahr 2010 hat die israelitische Kultusgemeinde einen Schatz gefunden: Bei Sanierungsarbeiten in der Synagoge entdeckten Arbeiter kürzlich in einem Hohlraum unter Brettern des Dachbodens eine umfangreiche Ablage mit alten religiösen Schriften und Kultgegenständen. Dabei handelt es sich um eine Geniza, wie sie in vielen alten Synagogen existierte. Dort werden unbrauchbar gewordene Schriften, aber auch Textilien abgelegt, die nach religiöser Vorschrift nicht vernichtet werden dürfen. Der Fund in der Bayreuther Synagoge ist für Oberfranken eine kleine Sensation. Denn hier befinden sich die wohl bis ins 18. Jahrhundert zurückreichenden Schriften noch am Originalort in einer aktiven Synagoge. Die in hebräischer und deutscher Sprache verfassten Dokumente sind seit langem von Menschenhand unberührt und haben selbst den Nationalsozialismus überdauert. Sie werden demnächst von Fachleuten geborgen, restauriert und historisch ausgewertet.
Am 16. Dezember 2009, um 10:00 Uhr
in der Synagoge Bayreuth, Münzgasse 2, Bayreuth
in einer Pressekonferenz
sind die Vertreter der Medien herzlich eingeladen, die Geniza in ihrem Ursprungszustand zu besichtigen. Regierungspräsident Wilhelm Wenning und Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl sowie der Vorsitzende der israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth, Felix Gothart, werden als Vertreter des Fördervereins der Synagoge Bayreuth zusammen mit Experten die Bedeutung des Fundes erläutern. Von der historischen Auswertung werden wichtige Erkenntnisse über das Leben der jüdischen Gemeinde in Bayreuth und in der Region erwartet. Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold und Dr. Martina Edelmann, Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim, werden dazu einen Ausblick geben.
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