Siemens Schmiergeld Skandal – Unternehmensberater aus Oberfranken verdächtig
In verschiedenen Presseberichten wird berichtet, dass ein Unternehmensberater aus Oberfranken in den Schmiergeldskandal um die Siemens AG verwickelt sein soll.
Die Staatsanwaltschaft Nürnberg hat im Zusammenhang mit der neuen Siemens-Schmiergeldaffäre einen Beschuldigten verhaftet. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, wurde bereits am Mittwoch ein Unternehmer aus Oberfranken in Haft genommen. “Dem Mann werden Steuerstraftaten zur Last gelegt”, hieß es. Zur Identität des Mannes wollten sich die Staatsanwaltschaft und Siemens Chart zeigen nicht äußern.
Justizkreise bestätigten aber einen Bericht der “Süddeutschen Zeitung”, wonach der auch als Unternehmensberater tätige Bundesvorsitzende der 32.000 Mitglieder zählenden Gewerkschaft AUB – Die Unabhängigen, Wilhelm S., der Verhaftete sei. S. hatte die AUB 1986 gegründet.
(Quelle: Manager Magazin am 16.2.07)
Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht nach SPIEGEL-Informationen der ehemalige Siemens-Manager Wilhelm Schelsky. Unter seiner Führung stieg die Mitgliederzahl der nach eigenen Aussagen unabhängigen Arbeitnehmerorganisation angeblich auf mittlerweile über 30.000 Beitragszahler. Mit nach eigenen Aussagen rund 19.000 Betriebsräten ist die Organisation in zahlreichen deutschen Unternehmen vertreten, darunter auch bei Siemens selbst und einigen Tochterfirmen. Die IG Metall bezweifelt diese Zahlen allerdings. Schelsky, Sohn des 1984 verstorbenen Soziologieprofessors Helmut Schelsky, steht seit 1986 an der AUB-Spitze.
Vertreter gegnerischer Gewerkschaften wie der IG Metall rätselten seit langem, woher die als wenig streikfreudig geltende AUB mit Hauptsitz in Nürnberg das Geld für ihre Expansion nimmt, die mithilfe von Landesgeschäftsstellen und teuren Lobbyaktionen vorangetrieben wird. Im Vergleich zu anderen Arbeitnehmerorganisationen verlangt die AUB nur moderate Beiträge.
(Quelle: Spiegel online am 15.2.07)
Schmiergeld, um Aufträge zu kriegen, ist seit x Jahren (auch in H) etwas ganz Normales und wird es auf Jahrzehnte auch bleiben; daher finde ich die Entrüstung etwas scheinheilig.
Die Konzerne, die in D, GB und anderen Ländern (v.a. bei Waffenlieferungen) auffliegen — richtiger: von der Konkurrenz mithilfe von “Diensten” aufgedeckt wird, erleiden einen Wettbewerbsnachteil. Dies ist ganz im Sinne dieser “Dienste” der Konkurrenz, denn jeder aufgeflogene Schmierer, macht die Bahn für die eigenen Schmiererein völlig frei. Seltsam, dass da v.a. US-Konzerne satte Aufträge u Vorteile erzielen.